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Zitieren mit biblatex

Begriffsunterscheidung

  • BibTeX ist das alte System zur Literaturverwaltung und zur Generierung von Zitaten.
  • biblatex ist ein Package. Es versteht die BibTeX-Syntax zur Literaturverwaltung (die bib-Dateien). Die Anzeige der Zitate ist völlig neu implementiert auf Basis von LaTeX.
  • biber ist ein Programm um die \cite Befehle zu übersetzen. Wenn utf8 im Spiel ist, müssen Sie biber benutzen.

Anders gesagt: BibTeX ist das altbewährte System, hat aber erhebliche Probleme mit utf8. Deshalb verwenden Sie bei der Verwendung von utf8 zwar die Syntax von BibTeX zur Organisation, aber biber zur Interpretation und biblatex zur Übersetzung.

Literatur in einer Datenbank verwalten

Es macht keinen Sinn Literatur für jede Arbeit neu zu erfassen. Stattdessen speichert man sie besser in einer zentralen Datenbank und referenziert diese über einen Schlüssel. Wenn man die Daten einmal richtig erfasst und es LaTeX überlässt die Darstellung zu generieren, erspart das sehr viel Arbeit. Zudem kann man beruhigt sein ein vollständiges Literaturverzeichnis zu haben.

Software zur Verwaltung

Diese Datenbank ist eine .bib-Datei. Theoretisch könnte man diese mit einem Texteditor selbst erstellen und pflegen, aber das ist fehleranfällig. Einerseits könnte man benötigte Informationen vergessen und andererseits hat man sich schnell vertippt und einen Syntaxfehler. Der Quellcode einer Beispiel-Datei mit gerade einmal zwei Artikeln:

% Encoding: UTF-8

@Article{Putnam1988,
  author        = {Putnam, Robert D.},
  title         = {Diplomacy and domestic politics: the logic of two-level games},
  journal       = {International Organization},
  year          = {1988},
  volume        = {42},
  number        = {3},
  pages         = {427-460},
  issn          = {0020-8183},
  __markedentry = {[rvoigt2:]},
  database      = {Cambridge Core},
  doi           = {10.1017/s0020818300027697},
  edition       = {2009/05/22},
  publisher     = {Cambridge University Press},
  url           = {https://www.cambridge.org/core/article/diplomacy-and-domestic-politics-the-logic-of-twolevel-games/B2E11FB757C4465C4097015BD421035F},
}

@Article{Beck1995,
  author        = {Beck, Nathaniel and Katz, Jonathan N.},
  title         = {What To Do (and Not to Do) with Time-Series Cross-Section Data},
  journal       = {American Political Science Review},
  year          = {1995},
  volume        = {89},
  number        = {3},
  pages         = {634-647},
  issn          = {0003-0554},
  __markedentry = {[rvoigt2:6]},
  database      = {Cambridge Core},
  doi           = {10.2307/2082979},
  edition       = {2012/09/25},
  publisher     = {Cambridge University Press},
  url           = {https://www.cambridge.org/core/article/what-to-do-and-not-to-do-with-timeseries-crosssection-data/0E778B85AB008DAF8D13E0AC63505E37},
}

Es macht offensichtlich Sinn spezialisierte Software zu verwenden um diese zu erstellen. Es gibt viele Programme in diesem Bereich:

Software Linux Mac Windows Kommentar
JabRef ✔️ ✔️ ✔️ nicht kommerziell / Arbeitet ohne Umweg mit .bib-Dateien. Aktuell (Sommer 2019) leider keine Empfehlung, weil eine ganz bestimmte Version von Java benötigt wird.
BibDesk ✔️
Zotero ✔️ ✔️ ✔️ nicht kommerziell / Ohne Erweiterung wird der BibTeX-Key nicht direkt angezeigt, aber Export nach biblatex ist ohne weitere Einstellungen direkt möglich
Citavi ✔️ Kommerziell / Hat ein eigenes Format. / Man kann Unterstützung für LaTeX aktivieren, so dass Keys generiert werden und ein Export nach .bib möglich wird. / Bei der Installation aufpassen, wenn man nicht möchte, dass sich das Programm als Plugin in Browser und Word integriert.
EndNote ✔️ ✔️ kommerziell
Mendeley ✔️ ✔️ ✔️ kommerziell

Als Studierende der Universität Köln können Sie (mit Stand Sommer 2019) zumindest Endnote und Citavi vergünstigt beziehen. Wenn Sie sich für kostenpflichtige Software entscheiden, sollten Sie vorab mit der Demo-Version prüfen, ob der LaTeX-Export reibungslos klappt und Sie mit dem Workflow zurecht kommen.

Bei Programmen, die nicht direkt mit .bib-Dateien arbeiten, müssen Sie oft den LaTeX-Support noch aktivieren! Zum Beispiel müssen Sie dies in Citavi tun, damit Keys zum Zitieren generiert werden.

Beispiel: LaTeX-Support in Citavi aktivieren

Um mit Citavi zu arbeiten müssen Sie den LaTeX-Support wie folgt aktivieren:

  1. Legen Sie ein neues lokales Projekt an.
  2. Im Menü "Extras" wählen Sie den Punkt "Optionen".
  3. Es öffnet sich ein Dialog. Hier wählen Sie die Kategorie "Zitation".
  4. Hier finden Sie eine Checkbox mit der Beschriftung "LaTeX-Unterstützung einschalten". Setzen Sie dort ein Häkchen.
  5. Sie können noch weitere Einstellungen tätigen, aber jetzt wurde ein Feld für den Key erzeugt. Sie finden es bei den einzelnen Einträgen im gleichen Tab wie den Titel.

Literatur einlesen

Es gibt drei Möglichkeiten Literatur in Ihre Datenbank einzulesen:

  1. Manuell: Sie wählen die Literaturart aus und füllen alle Felder manuell aus. Das ist fehleranfällig und mühsam.
  2. Über Exportdateien: Wenn Sie die Seite des Artikels auf der Seite des Verlags finden, können Sie dort oft Dateien mit allen nötigen Informationen im .bib oder .ris Format herunter laden. Diese müssen Sie dann mit Ihrer Literaturverwaltung importieren und gegebenenfalls etwas bereinigen. (manche Verlage erzeugen diese unsauber und Sie finden zum Beispiel LaTeX-Befehlszeichen im Abstract.)
  3. Über die DOI-Nummer: Nicht jeder Artikel hat eine DOI-Nummer, aber der Großteil der in den letzten Jahren erschienen Fachliteratur. Die meisten Literaturverwaltungsprogramme haben ein Eingabefeld für diese Nummer und sind in der Lage alle nötigen Informationen darüber aus dem Internet zu ziehen. Hier müssen Sie die Eingabe nur noch kurz kontrollieren.

.bib Datei generieren

Falls Ihre Software direkt im .bib-Format arbeitet, müssen Sie hier nichts tun.

Falls Ihre Software ein eigenes Format hat, müssen Sie jedes mal wenn Sie neue Quellen hinzugefügt haben, einen Export in das .bib-Format vornehmen. Wenn noch nicht geschehen, sollten Sie das automatische Generieren von Keys aktiviert haben, oder selbst solche für jeden Eintrag erstellen.

Zitieren im Dokument

Vorbereitungen in der Präambel

In der Präambel (also vor \begin{document}) müssen Sie einige Einstellungen setzen. Zunächst müssen Sie die Optionen für biblatex festlegen. Zum Beispiel so:

\usepackage[backend = biber,
style=authoryear,
sorting = nyt
]{biblatex}

Die Option style stellt ein, wie das Zitat im Dokument dargestellt wird. Hier ist der Stil authoryear, das heißt ein Buch würde über den Nachnamen des Autors / der Autorin und der Jahreszahl des Erscheinens zitiert. Hat eine Person im gleichem Jahr mehrere Werke verfasst, wandelt das LaTeX zum Beispiel das Jahr 2019 in 2019a, 2019b und so weiter um.

Die Option sorting bezieht sich auf die Sortierreihenfolge in der Bibliographie. Hier nyt also Nachname, Jahr, Titel.

Nun müssen Sie biblatex noch mitteilen, wo es die .bib-Datei findet. Angenommen Sie heißt literature.bib und liegt im gleichen Verzeichnis wie das Hauptdokument, dann geht das so:

\addbibresource{literature.bib}

Das eigentliche Zitieren

Das Zitieren erfolgt nun über den Key, den Ihre Literaturverwaltung für jeden einzelnen Eintrag erzeugt haben sollte. Angenommen der Key ist Voigt2020, dann zitieren Sie mit

\cite[123-125]{Voigt2020}

Die Zahl in eckigen Klammern ist dabei die Seitenzahl, die Sie zitieren möchten. Biblatex fügt abhängig von der eingestellten Sprache und dem Zitat-Stil noch ein S., oder ein p. bzw. pp. hinzu. Mit dem Stil authoryear würde der Eintrag dann als "Voigt 2020, pp.123-125" im Text dargestellt. Den vollständigen Quellenverweis können Sie dann im Literaturverzeichnis anschauen. Übrigens: wenn Sie hyperref geladen haben, werden diese Zitate automatisch mit der Bibliographie verlinkt.

Sie sollten noch weitere Befehle kennen:

  • \footcite{} schreibt das Zitat in eine Fußnote
  • \fullcite{} gibt Ihnen den kompletten Eintrag aus und zwar so wie er hinten in der Bibliographie angezeigt wird.

Das Literaturverzeichnis und die Zitate generieren

Sie müssen LaTeX noch mitteilen, wo das Literaturverzeichnis / die Bibliographie angezeigt werden soll. Dazu fügen Sie im entsprechenden Dokument an der gewünschten Stelle den Befehl \printbibliography ein. Dort wird die Bibliographie dann ausgegeben. Wenn das Literaturverzeichnis im Inhaltsverzeichnis auftauchen soll, müssen Sie den Befehl erweitern:

\printbibliography[heading=bibintoc]

Das Literaturverzeichnis enthält nur die Elemente, die Sie auch zitiert haben. (Ausgenommen Sie weisen LaTeX an die gesamte .bib-Datenbank in der Bibliographie anzuzeigen.) Allerdings muss es - wie die Einträge - zunächst einmal generiert werden. Das geht in drei Schritten:

  1. Ein Durchlauf: pdflatex hauptdokument.tex (Das Hauptdokument ist das mit der Präambel.)
  2. Ein Durchlauf: biber hauptdokument (beachten Sie: .tex fehlt!)
  3. Ein weiterer Durchlauf: pdflatex hauptdokument.tex

In den meisten LaTeX-Editoren ist das Profil pdflatex -> bibtex -> pdflatex hinterlegt. Theoretisch sollte BibTeX wegen unserer Einstellungen in der Präambel von sich aus biber aufrufen, aber das funktioniert in der Praxis nicht zuverlässig. Daher empfiehlt es sich das Profil anzupassen, oder ein Neues anzulegen.

Diese Aufrufe müssen Sie immer dann durchführen, wenn Sie neue Quellen zitieren.

Informationen ausblenden

Manchmal speichert Ihr Literaturmanager Informationen über die Quelle, die Sie nicht mit ausgeben möchten. Diese können Sie einfach in der Software belassen und stattdessen für das gesamte Dokument ausblenden. Das geht über eine Einstellung in der Präambel. Wenn Sie zum Beispiel die DOI-Nummer ausblenden wollten, ändern Sie den \usepackage-Befehl in der Präambel so ab:

\usepackage[backend = biber,
style=authoryear,
sorting = nyt,
doi = false % DOI NICHT anzeigen
]{biblatex} 

Das können Sie für andere Felder machen. Ändern Sie doi einfach auf die Bezeichnung des entsprechenden Feldes und zwar so, wie Sie diese in der .bib-Datei vorfinden.

Das Literaturverzeichnis überprüfen

Verschiedene Versionen von LaTeX zeigen fehlerhafte Keys unterschiedlich an. Entweder wird der Key im Fettdruck im Text angezeigt, oder durch zwei Fragezeichen ersetzt. Auf jeden Fall erscheint die Information, dass ein Key nicht gefunden werden konnte immer im Log. Bevor Sie das Dokument finalisieren, sollten Sie diesen also durchgehen.

In seltenen Fällen generieren Verlage die Informationen zu einem Artikel oder Buch fehlerhaft. Ein relativ großer Verlag aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich escapet zum Beispiel nicht LaTeX-Sonderzeichen wie "$" oder "&" in Abstracts.

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