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Inhaltsverzeichnis

Struktur und Inhalt des PoPP-Client Implementierungsleitfadens

Diese Einleitung liefert eine Einordnung von PoPP und gibt Orientierung über das Gesamt-Projekt PoPP in zwei Stufen.

Der Systemüberblick beschreibt die Rolle und den Aufbau von Primärsystemen im Kontext des PoPP-Services, die Integration neuer Komponenten und Schnittstellen, die Vorteile der Lösung sowie die Abläufe und Interaktionen im Versorgungskontext.

Der Abschnitt Versorgungsszenarien beschreibt die aktuell verpflichtenden Anwendungsfälle für den PoPP-Service, erläutert deren technische Abläufe sowie die systemtypischen Unterschiede bei der Verwendung und Speicherung des PoPP-Tokens.

Der Abschnitt Sicherheitsvorgaben PoPP-Client beschreibt die zentralen Sicherheitsanforderungen an Primärsysteme im Zusammenhang mit dem PoPP-Client.

Der Abschnitt Funktionsmerkmale beschreibt die zentralen Funktionen des PoPP-Clients, insbesondere die Abläufe zur PoPP-Token-Generierung mit verschiedenen Kartenlesern. Detaillierte Implementierungsdetails dazu finden sich im Abschnitt zur eGK. Es wird auf die Verwendung von ZETA Clients hingewiesen und zur PoPP-Beispielimplementierung informiert.

Der Abschnitt Dienstlokalisierung beschreibt, wie Primärsysteme den PoPP-Service finden und adressieren können.

Einleitung

Mit der Einführung des Proof of Patient Presence (PoPP)-Service in der Telematikinfrastruktur 2.0 kommen auf Primärsysteme (PS) in Leistungserbringerinstitutionen neue Aufgaben zu.

Dieser Implementierungsleitfaden möchte Sie dabei unterstützen, die PoPP-Anforderungen praxisnah und effizient umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Implementierung des PoPP-Clients sowie die reibungslose Kommunikation mit dem PoPP-Service entsprechend den Vorgaben der gematik.

Dieses Dokument richtet sich insbesondere an technische Produktmanager:innen, Architekt:innen und Entwickler:innen von Primärsystemen, die ihre Systeme an den PoPP-Service der TI 2.0 anbinden. Es bietet einen verständlichen Überblick über die wichtigsten fachlichen und technischen Anforderungen, stellt Versorgungsszenarien vor und gibt hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Implementierung und Integration.

Die Inhalte orientieren sich an der aktuellen PoPP-Service-Spezifikation der gematik und konzentrieren sich bewusst auf die für Sie relevanten Themen. Andere Bereiche wie Anforderungen an PoPP-Module für Apps und Browser-Anwenungen oder der Betrieb des zentralen PoPP-Service sind klar abgegrenzt.

Ziel ist es, alle wichtigen Aspekte kompakt, verständlich und mit Blick auf die praktische Umsetzung aufzubereiten – damit der Einstieg und die Integration möglichst leichtfallen.

Hintergrund und Einordnung

Der Proof of Patient Presence (PoPP)-Service spielt eine zentrale Rolle in der Telematikinfrastruktur 2.0. Er ermöglicht es, zuverlässig und sicher nachzuweisen, dass ein Versicherter zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem definierten Versorgungskontext mit einer Leistungserbringerinstitution (LEI) zusammentrifft. Dieser Nachweis wird mithilfe des sogenannten PoPP-Tokens erbracht, das kryptografisch gesichert vom PoPP-Service ausgestellt wird. Das PoPP-Token ist zukünftig die Grundlage für den Zugriff auf verschiedene Fachanwendungen der TI – etwa die elektronische Patientenakte (ePA für Alle), das E-Rezept oder das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM 2.0).

Für Sie ergibt sich daraus die Aufgabe, ihre Systeme so weiterzuentwickeln, dass Sie die neuen PoPP-Prozesse optimal unterstützen und die erforderlichen Schnittstellen zum PoPP-Service bereitstellen. Das Primärsystem wird um einen PoPP-Client erweitert, welcher die Kommunikation mit dem PoPP-Service übernimmt.

Zusätzlich sind weitere Bausteine wie der ZETA Client zu integrieren, um eine sichere Authentifizierung und Kommunikation nach modernen Zero-Trust-Prinzipien zu gewährleisten.

Die Erweiterung des Primärsystems um einen PoPP-Client ist ein wichtiger Schritt, um Interoperabilität und Sicherheit innerhalb der TI 2.0 weiter zu stärken. Die korrekte Umsetzung der PoPP-Prozesse trägt zur Sicherheit beim Zugriff von Leistungserbringern auf die Fachanwendungen der TI bei. In den folgenden Abschnitten dieses Dokumentes finden Sie die wichtigsten Versorgungsszenarien, Anforderungen und empfohlene Umsetzungsschritte aus Ihrer Sicht – mit dem Ziel, Sie bestmöglich bei der erfolgreichen Integration zu unterstützen.

Infopunkte

Was ist der PoPP-Service?

Der PoPP-Service (Proof of Patient Presence) ist ein zentraler Plattformdienst der Telematikinfrastruktur, der dabei unterstützt, den Versorgungskontext zwischen einem Versicherten und einer Leistungserbringerinstitution (LEI) sicher und nachvollziehbar nachzuweisen. Er stellt ein kryptografisch gesichertes PoPP-Token aus, das bestätigt, dass ein Versicherter zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich im Versorgungskontext mit einer LEI steht. Dieses PoPP-Token wird künftig die Voraussetzung für den Zugriff auf zahlreiche TI-Fachdienste wie die elektronische Patientenakte (ePA für Alle), das E-Rezept oder das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM 2.0) sein. Die Kommunikation mit dem PoPP-Service erfolgt über speziell integrierte Komponenten im Primärsystem, insbesondere den PoPP-Client und den ZETA Client. Diese sorgen dafür, dass alle Prozesse sicher und reibungslos ablaufen.

Was ist ein PoPP-Token?

Das PoPP-Token ist ein digitaler Nachweis, der vom PoPP-Service ausgestellt und kryptografisch gesichert wird. Es enthält alle relevanten Informationen darüber, dass ein bestimmter Versicherter zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einer bestimmten LEI in einem Versorgungskontext steht. Das PoPP-Token ist damit der Schlüssel für den Zugang zu verschiedenen TI-Fachanwendungen und ermöglicht eine sichere, transparente und nachvollziehbare Autorisierung. Dabei legen die jeweiligen TI-Fachanwendungen die zulässige Nutzungsdauer von PoPP-Token fest.

Was ist der PoPP-Client?

Der PoPP-Client ist Teil des Primärsystems und übernimmt die Kommunikation mit dem PoPP-Service. Er ist verantwortlich für das Anfordern und Empfangen von PoPP-Token sowie für die Umsetzung der fachlichen Abläufe beim Check-in von Versicherten mit eGK oder GesundheitsID.

Zero Trust in der TI 2.0

Zero Trust ist ein modernes Sicherheitskonzept, das davon ausgeht, dass grundsätzlich kein System oder Nutzer – egal ob innerhalb oder außerhalb des eigenen Netzwerks – automatisch vertrauenswürdig ist. In der TI 2.0 wird dieses Prinzip durch den Einsatz des ZETA Guard (am Dienst) und des ZETA Clients (in der Client-Komponente) sowie weiterer ZETA Dienste konsequent umgesetzt. Jede Kommunikation und jeder Zugriff auf den PoPP-Service wird individuell geprüft und autorisiert, unabhängig davon, aus welchem Netzwerk die Anfrage stammt. So wird die Sicherheit und Integrität der TI nachhaltig gestärkt.

Versorgungskontext und Behandlungskontext

Der Versorgungskontext entsteht, sobald ein Versicherter mit einer Leistungserbringerinstitution (LEI) in Kontakt tritt – zum Beispiel beim Betreten einer Praxis oder Apotheke. Er stellt das Potenzial dar, dass im weiteren Verlauf eine konkrete Behandlung oder Leistung erfolgen kann. Erst wenn tatsächlich eine medizinische Maßnahme, Beratung oder Abgabe stattfindet, spricht man vom Behandlungskontext. Der Behandlungskontext ist somit eine spezifische Ausprägung des allgemeinen Versorgungskontexts. Eine weitere Ausprägung wäre ein Pflegekontext in häuslicher oder stationärer Pflege.

PoPP-Service: Bereitstellung in Stufen

Die Bereitstellung des PoPP-Service erfolgt in zwei Stufen, die im Abstand von etwa einem halben Jahr vorgesehen sind.

Stufe 1:

Der PoPP-Service Stufe 1 beinhaltet die Erstellung von PoPP-Token mittels einer eGK in Versorgungsszenarien bei der sich der Versicherte in einer Leistungserbingerinstitution befindet bzw. Leistungserbringer und der Versicherte an einem Ort physisch zusammentreffen. Dies entspricht den Use Cases UC_PoPP_1a und UC_PoPP_2a aus gemSpec_PoPP_Service. Die Erläuterung der Versorgungsszenarien für die Primärsystem-Sicht erfolgt im Kapitel Versorgungsszenarien.

Plandatum für die Verfügbarkeit im Feld von Stufe 1: 30.06.2026

Stufe 2:

Der PoPP-Service Stufe 2 beinhaltet zusätzlich die Erstellung von PoPP-Token in Versorgungsszenarien, bei denen von Versichertenseite die GesundheitsID verwendet wird sowie Versorgungsszenarien mit der eGK in der Fernversorgung. Diese Versorgungsszenarien sind noch nicht Teil dieses Leitfadens; sie werden später ergänzt.

Plandatum für die Verfügbarkeit im Feld von Stufe 2: Q4 2026