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: Intraaktion
:: Vortrag
::: Einleitung
THEATER
* ist DISKURSIVE PRAXIS, nicht nur Laboreinrichtung, die etwas verkörpert oder vermisst
* produziert UNTERSCHIEDE, die von Belang sind
* ist KONFIGURATION und dynamische REKONFIGURATION der Welt
* hat KEINE intrinsischen GRENZEN, sondern ist erweiterbare PRAXIS
* ist nicht etwas in der Welt, sondern TEIL der Welt
Das sind Definitionen frei nach Karen Barads "agentiellen Realismus".
Im Original ist nicht von "Theater", sondern “Apparaten" die Rede.
Es heißt also: APPARATE sind diskursive Praktiken, die etwas verkörpern
oder vermessen. APPARATE sind Konfigurationen und dynamische
Rekonfigurationen der Welt; APPARATE haben keine intrinsischen Grenzen,
sondern sind erweiterbare Praktiken. APPARATE sind nicht etwas in der Welt,
sondern Teil davon. Diese Behauptungen lassen sich nicht nur hervorragend
auf das Theater umschreiben; das Theater selbst ist ein Apparat und eine
Maschinenhalle.
Barad - als promovierte Physikerin und Professorin für Philosophie und
feministische Studien - geht es in ihren Theorien eigentlich nicht direkt
um Theater oder Kunst, sondern um eine Beschreibung der Welt im Sinne der
Physik und Ontologie. Schenken wir ihr Glauben, gehen wir in unserem
Verständnis von Welt, Mensch und Kultur grundsätzlichen Misskonzeptionen
auf den Leim: allein schon deswegen, weil wir diese Grenzen zwischen ihnen
ziehen.
Wir bei Savoir vivre sehen Parallelen zu den Problemen, mit denen wir uns
beschäftigen und die wir angehen wollen.
Ein Sinn, eine Bedeutung, ein realer Unterschied konstituiert sich nicht
auf Ebene einer Sprache, die repräsentiert (linguistische, visuelle,
künstlerische, etc.), sondern durch eine Veränderung der Materialität.
Materie ist nicht passiv, unveränderlich oder stumm. Sie INTRAagiert.
Während bei INTERaktionen schon vorher feste Grenzen, Bedeutungen und
Eigenschaften aller Beteiligten angenommen werden, werden diese bei
INTRAaktionen erst im Tätigsein verhandelt. Intraaktion ist Vollzug
schrittweiser Rekonfiguration. Veränderung von Veränderungsmöglichkeiten.
Materie artikuliert sich in der fortlaufenden Dynamik der Intraaktion
schrittweise - in der nie aufhörenden schrittweisen Neubesetzung des
materiell-diskursiven Felds von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten.
So sollten wir Dinge nicht abschließend mit Bedeutungen einordnen und
bewerten, und unser Tätigsein nicht darin erschöpfen, diese dann mit
Symbolen abzubilden. Probieren wir also Formen der Tätigkeit direkt in
der Tätigkeit mit den Dingen, statt mit Symbolen von ihnen, und finden
dann darin die Bedeutung dieser Dinge und der versuchten Tätigkeit,
deren Bedeutung wir sowieso erst finden können - und sogar überhaupt erst
erschaffen! - im konkreten Versuch dieser Tätigkeit.
Die hier gemeinten Dinge sind keine abstrakten. Sie enden auch nicht im
Soziologischen, Kulturellen oder Medientheoretischen, auch nicht im
Anthropologischen oder in einem anderen Gebiet der Auseinandersetzung mit
dem Menschen, wie wir es sonst von Latour, Stiegler, Fisher, Derrida,
Foucault, Appadurai und anderen kennen. Barads Vorschlag eines
"agentiellen Realismus" - so ihr Buchtitel - versteht, dass der Mensch in
der Beschreibung einer auch physikalischen Realität nicht das Maß aller
Dinge sein kann und vergisst dabei aber auch nicht, dass Menschen eben
ein reales Phänomen sind und einen Unterschied in der Welt machen.
Wenn in Barads Theorien die Apparate durch Intraaktionen ausmachen, was die
physikalisch-materielle Welt ist, dann macht Theater als Intraaktion bei
uns auch aus, was die Gesellschaft ist. Gesellschaft ist nämlich auch
physikalisch-materielle Welt.
Was in einer Intraaktion hervorgebracht wird, ist bestimmt durch die Apparate,
die in ihr intraagieren.
Wir machen uns zur Aufgabe, sinnvolle Intraaktionen zu finden.
::: SV1
Dabei ist wichtig zu verstehen, dass APPARATE nicht bloß Messinstrumente mit
festen Grenzen und wir nicht bloß die Laboranten sind, die für ein Experiment
nur den richtigen APPARAT auswählen. Wir können nicht einfach auf ein schon
vorhergesehenes, gewünschtes Ergebnis hoffen und hinarbeiten. APPARATE sind
diskursive Praktiken, die Grenzen erst in der Intraaktion ziehen, und so
Relevanz schaffen oder abschaffen. Diese Grenzen und Sinnbestimmungen beginnen
und enden mit der jeweiligen Intraaktion der APPARATE. Auch wir sind APPARATE,
also diskursive Praktiken. Wir-und-das-und-die, mit denen wir intraagieren,
entscheiden darüber, wie wir-und-das-und-die intraagieren, und so auch, was
in dieser Intraaktion hervorgebracht wird.
So machten wir unseren Anfang mit Savoir vivre I - Action in Perception, wo
wir untersuchten, wie die ersten und uns nächsten Apparate, die wir in Diskurse
einbringen - das sind wir selber - eigentlich funktionieren - körperlich,
sinnlich, kognitiv - und wie wir uns Zugang zur Welt und Sinn in der Welt
verschaffen. Die Welt, das sind auch: Werkzeuge, Technologie, Software, unsere
Handys, Netzwerke, Gruppen, lokale Räume und virtuelle, Bühnen, Orte, Texte,
Videos und Sounds, und auch wir selbst.
::: SV2
SAVOIR VIVRE II - HAUNTOLOGY
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"[D]ie Vergangenheit wird nie zurückgelassen. Sie ist nie ein für allemal beendet, und die Zukunft ist nicht das, was in einer Entfaltung des gegenwärtigen Augenblickes der Fall sein wird; vielmehr sind die Vergangenheit und die Zukunft eingefaltete Teilhaber am schrittweisen Werden der Materie."
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Barad nimmt eine posthumanistische Position ein und
lehnt binäre Grenzziehungen zwischen Mensch und Nicht-Mensch, Natur
und Kultur ab. Wenn wir uns selbst untersuchen, wo hören wir auf,
wo enden wir? Wenn diese Frage nicht schon grundsätzlich berechtigt
ist, dann wenigstens unter aktuellen Gesichtspunkten der
Technikentwicklung. Endet meine Stimme an den Wänden dieses Raumes,
auf deinem Kopfhörer oder in der Cloud, die meine Mailbox-Nachricht
speichert?
In dem Moment da ich ins Mikrophon spreche, verrinne und verfließe ich,
und mit mir, d.h. mit meinen Worten, die die radiophone Manifestierung
meines Verrinnens sind, verfließen jene, die mir zuhören.
Wie sehr bestimmt mich meine Vergangenheit,
unsere kollektive Vergangenheit? Darf ich nur das mein Gedächtnis
nennen, worin ich mich adhoc erinnern kann, oder auch das, was
meine VHS, Google, mein Handy speichert?
Lässt die Fülle an Geschichtlichkeit, die wir geerbt haben, noch
Raum für Zukunft?
Wo endet der Augenblick, unsere Gegenwart, in der wir handeln
können? Um tätig zu werden, müssen wir erst den Augenblick greifen.
Wir versuchen dann einzuordnen - das heißt, abzugrenzen. Das bin ich,
das sind wir, das bist du, das seid ihr, das ist Vergangenes, das
Zukünftiges. Und nie greifen wir damit die Realität.
Im Sinne der Intraaktion würde das nämlich bedeuten, den Apparaten
innere und äußere Grenzen zu geben. Den Apparat zu einem Objekt
machen, das vermessen wird. Was wir dabei vergessen, ist, dass
dabei nicht nur der Apparat dann ein anderer ist als zuvor, sondern
auch wir, die vermessen. Denn: wir schaffen dann ein neues Phänomen.
Auch wenn es uns gelingt, Grenzen auszumachen, gelten sie nur
für dieses neue Phänomen und nicht für das ursprüngliche.
Da war ein Augenblick, den wir fassen wollten, um
zu handeln. Doch unsere Handlung war das Vermessen, und nun
steht vor uns ein nächster Augenblick und wir sind Teil von ihm.
Wir müssen aber Vermessen, denn wir müssen Grenzen ziehen, um
überall da praktisch tätig zu werden, wo wir uns auf Bedeutungen
stützen müssen. Diese Mechaniken des Vermessens und der Grenzziehung
im Sinne der Intraaktion sollten uns dabei aber bewusst sein. Kein
Vermessen, keine Grenzziehung, ohne dass wir dabei das verändern, was wir
vergeblich objektiv und endgültig damit festhalten wollten.
Wir werden Vergangenheit also nicht los, und das merken wir auch
in dem, was Mark Fisher "Hauntology" nennt. Wir scheinen
früher gelebte Vergangenheiten nur noch zu Rekombinieren und befinden
uns in einem geschichtlichen Loop. Und dennoch, nach Barad: Das Feld
von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten wird immer neu ausgehandelt in
der fortlaufenden Dynamik der Intraaktivität. Diese Intraaktivität
ist das Tätigsein.
Wenn wir das verstehen, dann vielleicht auch, wieso Zukünfte der
Vergangenheit gescheitert sind und wie wir ungelebte Vergangenheiten,
die es zu leben gelohnt hätte, im Jetzt ernst nehmen können.
Vielleicht gelingt es uns doch noch, mit neuen Praktiken, aus einem
Loop der Geschichte auszubrechen.
::: SV3
SAVOIR VIVRE III - EXPERIMENTAL GEOGRAPHY
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"[Es gibt] nichts Transzendenteres als das Verhältnis zwischen dem Bühnenbild aus Pappmaché und dem Abheben der Figuren, die daraus hervorgekommen zu sein scheinen"
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"Transzendenzen gibt es im Überfluß, weil zwischen zwei Segmenten eines Handlungsverlaufs stets eine Diskontinuität besteht, für die diese Transzendezen gewissermaßen der Preis, der Weg und die Rettung sind."
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Die Einheit von Kultur und Ort löst sich auf. Kultur ist nicht mehr
fest verortet, sie bewegt sich in entgrenzten Strömen.
Außer landscapes haben wir ethnoscapes, technoscapes, financescapes,
mediascapes, ideoscapes.
Ortsunabhängige Räume verschiedener mobiler Ethnien, das Internet,
globale Finanzströme, global vernetzte Medien und komplexe ideelle
Landschaften und Vorstellungen.
Ganz egal wie sehr eine Produktion offengelegt wird, zwischen
Publikum und Aufführenden bleibt ein Abstand. Im Moment der
Aufführung bestimmt das, was gerade da ist, die allererste
Erfahrung. Auch wenn ich den Abstand im nachhinein verändere, zB durch
Erklärung, bleibt dieser erste Moment, der sich einprägt.
Diese unvermeidbare Lücke, die einen Schritt hin zu den
Handlungsverläufen hinter der Aufführung verlangt, bietet einen Weg,
einen Raum. Zwischen den Handlungsverläufen der Präsentation und
Produktion liegt ein transzendentes Verhältnis.
Hinter dieser Transzendenz: mehr Abstände, Handlungsräume, diskursive
Felder von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, in denen
Grenzziehungen immer wieder neu möglich und veränderbar sind.
Wer war
/wirklich/
alles beteiligt an der Aufführung? Wer und was war
dabei auf welche Weise relevant, hat einen
Unterschied hinterlassen, ohne es zu merken und gewollt zu haben?
Wo also beginnt und endet das Experiment? Beim Messinstrument?
Hinter der Labortür? Im persönlichen Umfeld der Physiker oder bei
allen gesellschaftlichen Strukturen, die Otto Stern dazu brachten, eine
billige Zigarre zu rauchen und so den Weg zur Entdeckung des
Elektronen-Spins einzuleiten? Eine vollständige Beschreibung des
Apparates, der die Veränderungen
in Folge der Entdeckung herbeigeführt hat, ist vor dem Eintreten der
Entdeckung nicht möglich. Der relevante Apparat war eben nicht allein das
Messinstrument oder der Versuchsaufbau, der hinter der Labortür
endet. Ursache war hier auch ein großes Netz aus sich in Intraaktion
gegenseitig beinflussender und konstituierender Materialitäten. Es
besteht ein echter kausaler Zusamenhang zu der Entdeckung.
Der Apparat intraagiert mit seiner unmittelbaren Umgebung auf lokaler Ebene
und hat dabei eine translokale Erweiterung erfahren, die sich auch
auf das lokale Material auswirkt.
Material verändert sich ständig: Werkzeuge,
Technologie, Software, Netzwerke, Gruppen, lokale und virtuelle
Räume. Dazu noch die Produktion dieser Dinge. Auch Menschen.
Ersetzen wir das Wort Apparat nun wieder mit Theater!
Das Theater intraagiert mit seiner unmittelbaren Umgebung auf lokaler Ebene
und hat dabei eine translokale Erweiterung erfahren, die sich auch
auf das lokale Material auswirkt.
Sein Material verändert sich ständig: Werkzeuge,
Technologie, Software, Netzwerke, Gruppen, lokale und virtuelle
Räume. Dazu noch die Produktion dieser Dinge. Auch Menschen.
Vielleicht - so glauben wir von Savoir vivre - könnte in einem Theater der
Intraaktivität Zukunft wieder möglich werden.
:: Inhalte
Aus Karen Barad - Agentieller Realismus
::: interessante Stellen
S. 12:
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"Die Hinwendung zu performativem Alternativen zum Repräsentationalismus verlagert den Fokus von Fragen nach der Entsprechung zwischen Beschreibungen und der Wirklichkeit [...] auf Fragen nach Praktiken, Tätigkeiten und Handlungen."
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"Ich bewege mich von der repräsentationalistischen Falle der geometrischen Optik weg und verlagere den Fokus auf die physikalische Optik, auf Fragen der Streuung anstatt der Reflexion."
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[Ist gemeint "weg von 'wie sieht es aus, wie scheint es äußerlich?' zu 'wie ist es aufgebaut, wie funktioniert es?'" ? ; siehe S. 20: "vielmehr sind Phänomene differentielle
/Relevanzmuster/
('Streuungsmuster')" ]
S. 18 [Umrahmung der Ziele]:
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"Diese Kausalbeziehung zwischen den Apparaten der Produktion von Körpern und den produzierten Phänomenen ist eine Beziehung der Handlungsintraaktion."
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S. 27:
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"Seine Aufmerksamkeit auf die Einzelheiten des Apparats ergibt einen vollkommenen Sinn angesichts seines Insistierens darauf, daß die Begriffe, die zur Beschreibung von Phänomenen verwendet werden, keine Vorstellungen, sondern spezifische materielle Anordnungen sind: Für Bohr sind Wort und Welt miteinander verbunden [...]"
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S. 30:
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"Beide Ansätze erkennen also die binäre Unterscheidung zwischen Natur und Kultur (in unterschiedlichem Ausmaß) an und schieben dadurch eine gründliche Genealogie ihrer Produktin auf. Butlers und Foucaults Theorien sind auf entscheidende Weise nicht in der Lage, eine adäquate Darstellung der Beziehung zwischen Diskurspraktiken und meteriellen Phänomenen zu bieten, was uns zu der Frage führt, ob Bohrs Einsichten in die verkörperte Eigenart von Begriffen in dieser Hinsicht fruchtbar gemacht werden könnten. Wir brauchen eine posthumanistische Darstellung der materiell-diskursiven Praktiken der Materialisierung und Relevanzbildung (einschließlich derjenigenm die als 'wissenschaftlich', und derjenigen, die als 'gesellschaftlich' bezeichnet werden)."
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"(1) Apparate sind spezifische materiell-diskursive Praktiken (sie sind nicht nur Laboreinrichtungen, die menschliche Begriffe verkörpern und Messungen vornehmen);
(2) Apparate produzieren Unterschiede, die von Belang sind - sie sind Grenzen herstellende Praktiken, die sowohl Materie als auch Bedeutung formen und die produzierten Phänomene herstellen, deren Teil sie sind;
(3) Apparate sind materielle Konfigurationen/dynamische Rekonfigurationen der Welt;
(4) Apparate sind selbst Phänomene (die als Teil der fortlaufenden Intraaktivität der Welt konstituiert und dynamisch rekonfiguriert werden;
(5) Apparate haben keine intrinsischen Grenzen, sondern sind erweiterbare Praktiken; und
(6) Apparate sind nicht in der Welt lokalisiert, sondern stellen materielle Konfigurationen oder Rekonfigurationen der Welt dar, die sowohl die Räumlichkeit und Zeitlichkeit als auch (die traditionelle Vorstellung von) Dynamik (re)konfigurieren (d.h. sie existieren weder als statische Strukturen noch entfalten sie sich oder entwickeln sich bloß in Raum und Zeit)."
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S. 32:
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"Diskurs ist kein Synonym für Sprache. Diskurs bezieht sich nicht auf sprachliche oder Zeichensysteme, Grammatiken, Spreckakte oder Gespräche. Wenn man sich den Diskurs einfach als gesprochene oder geschriebene Wörter vorstellt, die diskreptive Aussagen bilden, begeht man den fehler des repräsentationalistischen Denkens. Der Diskurs ist nicht das, was gesagt wird; ers ist das, was dasjenige. das gesagt werden kann, einschränkt und ermöglicht."
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"Diskurspraktiken legen fest, was als sinnvolle Aussage gilt. Aussagen sind nicht die bloßen Äußerungen des ursprünglichen Bewßtseins eines einheitlichen Subjekts; vielmehr entstehen Aussagen und Subjekte aus einem Feld von Möglichkeiten. Dieses Feld von Möglichkeiten ist nicht statisch oder singulär, sondern vielmehr eine dynamische und kontingente Vielheit."
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S. 33:
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"Auf der Grundlage seiner [Bohrs] tiefen Erkenntnis, daß 'Begriffe' (die wirkliche physikalische Anordnungen sind) und 'Dinge' keine festliegenden Grenzen, Eigenschaften oder Bedeutungen unabhängig von ihren gegenseitigen intraaktionen besitzen, bietet Bohr einen neuen erkenntnistheoretischen Rahmen an, der die Dualismen von Objekt und Subjekt, Erkennendem und Erkanntem, Natur und Kultur, Wort und Welt in Frage stellt."
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"Bohrs Erkenntnis, daß Begriffe nicht ideell, sondern stattdessen wirkliche physikalische Anordnungen sind, ist eindeutig ein Insistieren auf der Materialität der Bedeutungserzeugung [...] Vielmehr impliziert Bohrs Punkt eine viel innigere Beziehung zwischen Begriffen und Matrialität, Materie und Bedeutung.
Der Wechsel von sprachlichen Begriffen zu Diskurspraktiken bietet die Möglichkeit, Bohrs Sichtweise von ihrer Anbindung an menschliche Begriffe und die statische Beschaffenheit von Apparaten mit einem Schlag zu befreien."
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S. 36:
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"Diskurspraktiken sind wesentliche kausale Intraaktionen - sie setzen kausale Strukturen in Kraft, durch die einige der Bestandteile (die 'Wirkungen') der Phänomene durch ander Bestandteile (die 'Ursachen') in ihrer jeweiligen Gliederung markiert werden."
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"Bedeutung ist keine Eigenschaft einzelner Wörter oder Wortgruppen, sondern fortlaufende Leistung der Welt in ihrem jeweiligen Tanz von Verstehbarkeit und Unverständlichkeit."
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S. 42:
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"Alle Körper, und nicht nur 'menschliche' Körper, materialisieren sich und gewinnen Relevanz durch die schrittweise Intraaktivität der Welt - ihre Performativität."
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S. 43:
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"Theorien, die sich auschließlich auf die Materialisierung menschlicher Körper konzentrieren, gehen an dem entscheidenen Punkt vorbei, daß genau diejenigen Praktiken, durch die die Grenzen zwischen dem menschlichen und dem Nicht-Menschlichen gezogen werden, immer schon in bestimmte Materialisierungen einbezogen sind."
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S. 50:
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"Diese Darstellungen bezeugen alle die Tatsache, daß die Vorstellungen von Objekten, Gesichtern, Raum, Größe, Entfernung und Tiefenwahrnehmung für eine Person, de nie zuvor sehen konnte, nichts bedeuten. Wir sehen offensichtlich nicht nur mit unseren Augen. Die Interaktion mit (oder vielmehr die Intraaktion 'mit' und als Teil von) der Welt gehört wesentlich zum Sehen dazu. Objekte sind nicht schon vorhanden; sie entstehen durch spezifische Praktiken."
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S. 52:
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"Der Luxus dessen, die beschaffenheit des Körpers als selbstverständlich hinzunehmen, wenn er sich durch eine Welt hindurchbewegt, die auf spezifische Weise mit einem Bild von 'normaler' Verkörperung im Geiste konstruiert ist, wird durch die Privilegien der Nicht-Behinderung ermöglicht. Erst wenn der Körper nicht mehr funktioniert - wenn er 'eine Panne hat' -, treten solche Voraussetzungen im allgemeinen an die Oberfläche. Häufig wird der Apparat erst dann bemerkt, wenn die Dinge nicht mehr funktionieren. Wenn es zu solchen gelegenheiten (oder Verlegenheiten) kommt, tauchen die verschränkte Natur von Phänomenen und die Bedeutungen des agentiellen Schnitts und ihrer entsprechenden Ausschlüsse auf. Dann wird klar, daß 'Nicht-Behinderung' kein natürlicher Seinszustand, sondern eine spezifische Form der Verkörperung ist, die durch die grenzziehenden Praktiken mitkonstituiert wird, die 'nicht-behindert' von 'behindert' unterscheiden."
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S. 53:
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"Wie wir gesehen haben, ist die Frage nach der Natur der Verkörperung kein bloßes Artefakt neuer Technologien, sondern ergibt sich aus näherliegenden Beispielen. Dennoch werden diese Probleme durch manche neueren Technologien auf eine bestimmte Weise stärker konturiert."
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S. 57:
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"Da der Apparat unmöglich zugleich gemessenes Objekt und Meßinstrument sein kann, kann auch der Apparat nicht gleichzeitig vollständig charakterisiert werden und seinem ('ursprünglichen') Zweck entsprechend funktionieren. Oder um es anders zu formulieren, jeder Versuch, die Eigenschaften des 'ursprünglichen' Apparats zu messen, wird seine Einbeziehung in ein umfassenderes Phänomen erfordern, durch die er als Untersuchungspbjekt hesetzt wird, weshalb seine Rolle als Agens der beobachtung ausgeschlossen wird. Die Messung des Apparats impliziert ein anderes Phänomen als das ursprüngliche, und die Verbindung der beiden verschiedenen Phänomene würde ein drittes, noch umfassenders Phänomen erfordern, das diese impliziert. Somit ist die 'äußere' Grenze, ebenso wie die 'innere' Grenze, unbestimmt, wenn sie nicht in ein umfassenderes Phänomen einbezogen ist. Mit anderen Worten, /es gibt keine intrinsischen Grenzen/, und selbst das, was 'drinnen' und was 'draußen' ist, ist notwendig unbestimmt." [-> innere und äußere Grenzen von Theater?]
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S. 72:
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"Phänomene werden durch spezifische kausale Intraaktionen mit Hilfe von vielfachen Apparaten körperlicher Produktion hervorgebracht. Intraaktionen sind kausale (aber nicht-deterministische) Vollzüge, durch die die Materie-im-Prozeß-des-Werdens aussedimentiert und in weitere Materialisierungen eingefaltet wird. Apparate sind also /materiell-diskursive Praktiken - kausale Intraaktonen, durch die sich die Materie schrittweise und differentiell artikuliert, wobei das materiell-diskursive Feld von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten in der fortlaufenden Dynamik der Intraaktivität, die das Tätigsein ist, rekonfiguriert wird./ Apparate sind keine begrenzten Objekte oder Strukturen; sie sind erweiterbare Praktiken. Die Rekonfiguration der Welt setzt sich endlos fort. Die dynamische Kraft der Materie ist unerschöpflich, überschäumend und überaus produktiv."
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S. 75:
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"Humanistische Sichtweisen fassen dieses Hervorbringen [von Phänomenen durch Apparate] als eine direkte Folge menschlicher Handlungen, Entscheidungen, Absichten, Verpflichtungen, Ideen, Werte, Begriffe, Überzeugungen, Vorannahmen, Ziele und dergleichen auf. Im Gegensatz zu dieser Ansicht würde ich geltend machen, daß menschliche Subjekte mit bestimmten Grenzen und Eigenschaften nicht schon vor ihrerm 'Einbezogensein' in natürlich-kulturelle Praktiken existieren. [...] Es verhält sich folgendermaßen: Insofern Begriffe, Handhabungen im Labor, Eingriffe bei der Beobachtung und andere menschliche Praktiken eine Rolle zu spielen haben, tun sie das als Teil der umfassenderen größeren materiellen Konfiguration der Welt. Die hervorgebrachten Phänomene sind also nicht die Folgen des menschlichen Willens oder der Intentionalität oder die Wirkungen der Einflüsse von Kultur, Sprache und Macht. Menschen setzen nicht bloß verschiedene Apparate zusammen, um bestimmte Erkenntnisprojekte zu erfüllen: sie sind selbst ein Teil der fortlaufenden Rekonfiguraion der Welt. Die besonderer Konfiguration, die ein Apparat annimmt, ist keine willkürliche Konstruktion 'unserer' Wahl. Das heißt nicht, daß menschliche Praktiken keine Rolle zu spielen haben; wir müssen uns nur über die Eigenart dieser Rolle im klaren sein."
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S. 85:
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"Sie [die agentielle Abtrennbarkeit] lehnt die Geometrien der absoluten Äußerlichkeiten oder absoluten Innerlichkeiten ab und eröffnet einen viel größeren Raum, den ma sich auf angemessenere Weise als eine dynamische und sich ständig verändernde Topologie vorstellen kann. Genauer geht es bei der /agentiellen Abtrennbarkeit/ um die /Äußerlichkeit innerhalb von Phänomenen/."
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S. 86:
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"Das Überschäumen der Welt, ihre übersprudelnde Kreativität, kann niemals zurückgehalten oder aufgehoben werden. Das Tätigsein hört nie auf; es kann sie nicht 'erschöpfen'".
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S. 88:
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"/Tätigsein ist 'tun' oder 'sein' in seiner Intraaktivität. Es ist der Vollzug schrittweiser Rekonfigurationen topologischer Mannigfaltigkeiten von Raum-Zeit-Materie-Beziehungen - durch die Dynamik der Intraaktivität. Beim Tätigsein geht es um die Veränderung von Veränderungsmöglichkeiten, die von der Rekonfiguration materiell-diskursiver Apparate der Produktion von Körpern impliziert werden, einschließlich der Gleiderung von Grenzen und der Ausschlüsse, die von diesen Praktiken beim Vollzug der Kausalstruktur markiert werden./"
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"Zu jedem Zeitpunkt gibt es bestimmte Möglichkeiten der (Intra-)Aktion, und diese sich verändernden Möglichkeiten implizieren eine ethische Verpflichtung im Werden der Welt verantwortlich zu intraagieren, sich mit den relevanten Dingen und dem, was von der Relevanz ausgeswchlossen ist, auseinanderzusetzen und sie bzw. es umzuarbeiten."
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"/Objektivität bedeutet, für Markierungen auf Körpern verantwortlich zu sein, das heißt für spezifische Materialisierungen in ihrer unterschiedlichen Relevanz./"
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S. 89:
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"Tatsächlich kann es in der Ethik nicht darum gehen, auf den anderen so zu reagieren, als ob der andere ein radikales Außen gegenüber dem Selbst darstellt. Die Ethik ist keine geometrische Berechnung; 'die anderen' sind nie sehr weit von 'uns' entfernt; 'sie' und 'wir' sind gemeinsam konstituiert und durch genau dieselben Schnitte miteinander verschränkt, die 'wir' vollziehen helfen."
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S. 90:
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"Vielmehr /sind schrittweise Intraaktionen die Dynamik, durch die Zeitlichkeit und Räumlichkeit in der Materialisierung von Phänomenen und der (wiederholten) Ziehung materiell-diskuriver Grenzen und ihrer konstitutiven Ausschlüsse erzeugt und schrittweise rekonfiguriert werden./"
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S. 92:
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"Die Materie ist nicht in der Welt situiert; sie weltet in ihrer Materialität."
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S. 94:
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"Die Vergangenheit ist zwar wichtig und ebenso die Zukunft, aber die Vergangenheit wird nie zurückgelassen. Sie ist nie ein für allemal beendet, und die Zukunft ist nicht das, was in einer Entfaltung des gegenwärtigen Augenblickes der Fall sein wird; vielmehr sind die Vergangenheit und die Zukunft eingefaltete Teilhaber am schrittweisen Werden der Materie."
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S. 95:
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"Die Neubearbeitung von Ausschlüssen impliziert Möglichkeiten für (diskontinuierliche) Veränderungen in der topologie des Werdens der Welt."
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S. 96:
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"Fragen der Verantwortlichkeit und Zurechenbarkeit stellen sich mit jeder Möglichkeit des Werdens der Welt und verschiedenen Rekonfigurationen dessen, was außerdem noch möglich sein könnte."
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S. 97:
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"Die Natur ist weder eine passive Oberfläche, die auf die Prägung durch Kultur wartet, noch das Endprodukt kultureller Leistungen. Die Überzeugung, daß die Natur stumm und unveränderlich ist und daß alle Aussichten auf Bedeutsamkeit und Veränderung der Kultur angehören, setzt bloß den Dualismus von Natur und Kultur fort [...]"
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::: Begriffe
:::: Phänomene sind die primäre ontologische Einheit
* Ph. sind die ontologische Unzertrennlichkeit / Verschränkung intraagierender Agentien (S.19, 35)
* Bestandteile von Ph. erhalten durch IA (Intraakion) Bedeutung
* Ph. werden von Apparaten hervorgebracht (S. 20 f.)
* sind für die Wirklichkeit konstitutiv
* objektive Referenten (S. 42)
:::: Apparate sind die primäre semantische Einheit
* auch: materiell-diskursive Praktiken (S. 30)
* "sind die Bedingungen der Möglichkeit für bestimmte Grenzen und Eigenschaften von Objekten und Bedeutungen verkörperter Begriffe innerhalb des Phänomens." (S. 26; "Bohr-Teil")
* Siehe S. 30 f.
* ziehen ontisch-semantische Grenzen (S. 35)
* sind selbst Phänomene (S. 85 [und andere])
:::: Begriffe
* erlangen durch IA Bedeutung
* wirkliche physikalische Anordnungen, nicht ideell (S. 33)
:::: Objektivität
* Verkörperung von Begriffen als Teil des Apparats stellt Möglichkeit objektiver Erkenntnis sicher (S. 26; "Bohr-Teil")
* agentielle Abtrennbarkeit - eine agentiell vollzogene ontologische Abtrennbarkeit /innerhalb/ des Phänomens (S. 81 f.)
:::: Diskurs
* nicht Sprache, sondern was das, was gesagt werden kann, einschränkt und ermöglicht (es absteckt) (S. 32)
:::: Diskurspraktiken
* legen fest, was al sinnvolle Aussage gilt (S. 34)
:::: Aussagen
* nicht bloße Äußerungen eines einheitlichen Subjekts, sondern A. und S. entstehen aus einem dynamischen Feld von Möglichkeiten (S. 32)
:::: Intraaktionen
* kausale Vollzüge, durch die Materie-im-Prozeß-des-Werdens aussedimentiert und in weitere Matrialisierungen eingefaltet wird. (S. 73)
:::: Materie
* agentiv und intraaktiv (S. 73)
* dynamisches intraaktives Werden, das nie stillsteht (ebd.)
* eine fortlaufende Rekonfiguration, die über jede lineare Auffassung von Dynamik hinausgeht (ebd.)
:::: Verantwortung
* siehe S. 88
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