Halten Entspannen

stefaneidelloth edited this page Jan 2, 2019 · 28 revisions

Hold relax (HR) dient dazu, den passiven Bewegunsspielraum zu erweitern und Schmerzen zu mindern.

Auf eine haltende (isometrische), rotierende Kontraktion des verkürzten oder schmerzenden Muskels folgt eine Entspannung des Muskels.

Es gibt diverse Varianten und verwandte Techniken:

Die Technik ist auch sehr ähnlich zu Postisometrische Relaxation (PIR). Den einzigen Unterschied, den ich bisher finden konnte, ist, dass bei PIR tendenziell weniger Kraft bei der Muskelanspannung verwendet wird als bei HR.

In manchen Büchern und Artikeln wird diese Technik mit (Isometrischer Kontraktion) auch als Contract Relax (CR) oder Anspannen-Entspannen-Dehnen (AED) bezeichnet, z. B. in Freiwald, "Optimales Dehnen", 2013. Die Bezeichung Hold Relax, die hier für Techniken mit (Isometrischer Kontraktion) genutzt wird, orientiert sich am Buch "PNF in Practice" von Adler, Beckers, Buck.

Direkt

Du bewegst das Gelenk oder Körperteil ans Ende des passiven Bewegungsspielraums. Wenn die Übungspartnerin die Bewegung selbst ausführen kann, ist das noch besser. Dabei im schmerzfreien Bereich bleiben. Wenn es nicht weh tut, darfst du bei der Bewegung etwas Widerstand geben.

Dann bittest du die Partnerin, den verkürzten Muskel für mindestens 5 Sekunden anzuspannen. Du gibts dabei Widerstand, der sich langsam erhöht. Durch den Widerstand gibts du die rotierende/diagonale Richtung der Anspannung vor. Ihr habt dabei nicht die Absicht, eine Bewegung auszuführen.

Nachdem die Muskelanspannung lange genug gehalten wurde, bittest du die Partnerin den Muskel zu entspannen; nach und nach lässt dein Widerstand nach und ihr entspannt euch beide. (Bei einer möglichen Variation von Hold relax wird nicht nur entpsannt sondern zusätzlich leicht gedehnt.)

Wiederhole nun alles von vorne. Das Gelenk oder Körperteil wird neu positioniert, wobei der neue Bewegungsspielraum genutzt wird. Eine aktive Bewegung der Partnerin ist dabei wieder bevorzugt, insofern sie schmerzfrei ist. Wenn es nicht weh tut, darfst du bei der Bewegung auch etwas Widerstand geben.

Indirekt

Wenn die Anspannung des Zielmuskel zu schmerzhaft wäre, kann er auch indirekt beeinflusst werden. Dazu wird Hold relax entweder

1. mit einem etwas entfernten Muskel ausgeführt, der das gleiche Bewegungsmuster unterstützt (=Synergist) oder

2. mit dem nicht verkürzten Gegenmuskel (siehe auch Listiger Therapeut) oder sogar nur mit einem Synergist des Gegenmuskels ausgeführt.

Kombiniert

Der Bewegungsablauf bei Hold Relax - Agonist Contract (HRAC) startet wie bei HR:

Anspannung des verkürzten Muskels am Rand des Bewegungsspielraums, ohne das Körperteil zu bewegen. Direkt danach erfolgt allerdings eine Anspannung des Gegenmuskels, wobei der Zielmuskel gedehnt wird.

Der verkürzte Muskel wird bei PNF oft als Antagonist bezeichnet und sein Gegenmuskel als Agonist. Dann bezeichnet man diese kombinierte Technik wie schon gesagt als Hold Relax - Agonist Contract (HRAC).

Wenn man Antagonist und Agonist anders herum definiert, ist die Bezeichnung "Hold Relax Antagonist Contract". Die Abkürzung HRAC und der Inhalt der Übung bleiben gleich.

In manchen Büchern und Artikeln wird diese Technik mit (Isometrischer Kontraktion) auch als Contract Relax Agonist Contract (CRAC) bezeichnet, z. B. in Freiwald, "Optimales Dehnen", 2013.

Die Wirksamkeit der Technik hätte man früher anhand postulierter Prinzipien etwa so erklärt:

Bei der ersten Anspannung (des Agonisten) werden die Golgi-Sehnenorgane des Agonisten erregt. Dadurch wird die Kontraktion des Agonisten gehemmt Autogene Hemmung und die Kontraktion des Antagonisten gebahnt Reziproke Verstärkung.
Nachdem die erste Anspannung beendet ist, wirkt die Erregung der Golgi-Sehnenorgane in Form von Sukzessiver Induktion noch nach: die Kontraktion des Antagonisten ist immer noch gebahnt und die Kontraktion des Agonisten gehemmt. Bei der folgenden Anspannung des Antagonisten wird die Kontraktion des Agonisten zusätzlich durch Reziproke Hemmung gehemmt.
Die Kontraktion des Agonisten ist sozusagen doppelt gehemmt und der Agonist kann daher besonders leicht gedehnt werden.

Die Untersuchungen von Etnyre, 1988, unterstützen noch eine Erklärung andhand Reziproker Hemmung.

Nach Mitchell, 2009 wurde das widerlegt. Weder die Autogene Hemmung noch die Reziproke Hemmung scheinen bei HR und HRAC eine Rolle zu spielen. Lediglich der Effekt der Sukzessiver Induktion wurde bestätigt. (In der Studie wurden für die Techniken die Bezeichnungen CR und CRAC verwendet, obwohl isometrische Kontraktionen eingesetzt wurden.)

Siehe auch:


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