Sherrington Prinzipien

stefaneidelloth edited this page Dec 30, 2018 · 15 revisions

Nach Uwe Wegner, "Sportverletzungen: Symptome, Ursachen, Therapie", 2003

Den im Sport verbreitetsten Dehntechniken liegen zwei neurophysiologische Prinzipien zugrunde:

1. Sherrrington I: Postisometrische Dehnung, propriozeptive muskuläre Dehnung, Ermüdungs- oder Entspannungstechnik, CHRS (Contract-Hold-Relax_stretch). Bei dieser Technik wird der zu dehnende Muskel zunächst isometrisch kontrahiert. Im Anschluss an die Kontraktion, die für etwa 10 s beibehalten wird, folgt eine Relaxationsphase mit verminderter Spannung und dadurch verringertem reflektorischem Widerstand bei der Dehnung.

2. Sherrington II: Antagonisten-Hemmung. (reziproke Inhibition (Hemmung)). Bei dieser Technik wird die neuromuskuläre Hemmung der Antagonisten bei Agonistenanspannung ausgenutzt. Das bedeutet, dass der zu dehnende Muskel auf dem Umweg über die Anspannung seines Gegenspielers gehemmt wird und nach der Kontraktion gedehnt werden kann.

Im Anschluss an diese mehr statischen Dehnungen kann der so gewonnene neue Bewegungsspielraum druch die dynamische Dehnung (aktive, weiche, rhythmische Bewegung nach der Toleranzgrenze) aktiv gesichert werden.

Beispiele für Dehntechniken, die früher mit "Sherringtion I" erklärt wurden, sind das Direkte Halten Entspannen (Hold Relax, HR) und die Postisometrische Relaxation (PIR).

Beispiele für Dehntechniken, die früher mit "Sherringtion II" erklärt wurden, sind das Indirekte Halten Entspannen (bei Anspannung des nicht verkürzten Gegenmuskels) und die Variation Listiger Therapeut.

Allerdings wird die Erklärung der Wirksamkeit der Techniken mit Hilfe dieser Prinzipien stark bezweifelt.


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