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Howto Bauer P8
Language: Deutsch | English
Der Bauer P8 eignet sich ideal zum Umbau, denn der Umbau ist sehr einfach - zudem ist der Projektor stabil, präzise, bewährt, recht jung und nahezu unverwüstlich. Er ist auch immer noch recht häufig günstig zu bekommen; ich habe schon einige in Kleinanzeigen und ähnlichen Angeboten von Schulen, Kirchen und ähnlichen Einrichtungen gesehen.
Es genügt hier das einfachste Modell, das nur Lichtton und 24 B/s kann, denn Flügelblende und Toneinheit benötigen wir sowieso nicht.
Nach Entfernung der Rückwand sieht man unten schon den Gleichstrom-Motor liegen, der auch hier weiterverwendet wird:
Links neben der Motorachse befindet sich die Regelplatine nebst Tachogeber, die ersatzlos ausgebaut wird.
Die Regler-Platine kann man noch auf Halde legen - das Regler-IC TCA955 gibt es neu nicht mehr, wird aber zur Reparatur von anderen Projektoren recht häufig benötigt.
Nach dieser Erleichterung wird auch der komplette (und sehr schwere) Trafo ausgebaut.
Auch Netzspannungswähler und sämtliche Anschlusskabel werden nicht mehr benötigt. Anstelle des alten Trafos lässt sich hier prima das kleine Meanwell-Schaltnetzteil montieren.
Auch das große Schwungrad für die Capstan-Welle der Toneinheit wird nicht mehr benötigt und gibt die Welle frei.
Nach Entfernung des Sicherheitsrings lässt es sich von der Welle entfernen und kann entsorgt werden. Manchmal muss man hier ein bisschen ruckeln oder Kraft anwenden.
Jetzt wird der Motorwellensensor angebracht. Hier genügt es, ein weißes Klebeetikett um die Motorachse zu kleben und mit einem tiefschwarzen Filzstiftstrich zu versehen:

Um das "Auge" an der passenden Stelle zu montieren, habe ich ein kleines Plättchen (Platinenrest, der war gerade greifbar) zur Halteplatte gemacht.
Einfach zwei Löcher gebohrt...
...und in einem vorhandenen Schraubenloch befestigt.
Ein Schritt, den ich zu fotografieren vergessen habe: Die beiden Flügel der Flügelblende sollte man mit einer Trennscheibe am Dremel abtrennen, sie sind nur im Weg und können bei nicht idealer Einstellung zu teils abgeschatteten Einzelbildern führen. Damit der beim Flexen entstehende Metallstaub nicht die Projektormechanik verdreckt, sollte man den Projektorteil vor der Umlaufblende großflächig abkleben (Papier und Gaffatape reichen). Hilfreich ist auch, wenn eine helfende Hand direkt mit dem Staubsauger Schleifdreck absaugt.
Die Welle mit entfernten Blendenflügeln. Praktischerweise dreht man mit einer Hand langsam die Motorwelle, während die andere den Dremel mit der Trennscheibe hält; dann geht das Abtrennen ganz leicht.
Als nächstes entfernt man die Bodenplatte, die mit enorm vielen Schrauben befestigt ist. Die Verstärkerplatine nebst aller Kabel kann jetzt entfernt werden.
Auch ein Ersatzteil, das sich ggf. aufzubewahren lohnt: die Verstärkerplatine
Weiter geht's im Lampenhaus.
Den Lampenhalter durch Lösen zweier Schrauben ausbauen...
Die Laschen zum Halten der Projektorlampe lassen sich mit einer Flachzange einfach wieder flachdrücken. Ziel ist, eine plane Auflagefläche zu erhalten.
Letzte Überstände habe ich noch etwas plangefeilt, damit der Lampenhalter die Wärme der LED gut ableiten kann. Ob das dringend nötig ist, weiß ich nicht, aber es schadet nicht.
Anzeichnungen helfen, den 40x40-Kühlkörper mittig zu positionieren. Die vier angezeichneten Löcher mit einem 3-mm-HSS-Bohrer setzen.
Temporär habe ich auch noch das Bodenblech des Lampenhauses ausgebaut, damit der Kühlkörper schön fest mit vier Schrauben am Lampenhalter befestigt werden kann. Es ist sonst schwer, an die hinteren Schrauben ranzukommen.
Der Lampenhalter dient nun als Bohrschablone, um die vier Löcher passgenau in den Kühlkörper zu übertragen.
Kontrolle gegen das Licht: Passt!
Die LED mittig platzieren (ggf. von vorne aus dem Objektivsitz die Mittigkeit kontrollieren!) und zwei kleinere Löcher setzen, um die LED gut festschrauben zu können. Ich bin vom festen Verkleben abgekommen, geht aber natürlich auch.
Wärmeleitpaste (PC-Zubehör) und zwei Schrauben mit Unterlegscheiben sorgen für sichere Wärmeableitung.
Auch der Lampenhalter wird mit Wärmeleitpaste montiert. So funktioniert auch die 5-W-LED sicher ohne aktive Kühlung.
Vor dem Verschrauben werden noch die Versorgungskabel an die LED gelötet. Polung beachten und den Lötkolben ggf. etwas höher drehen, denn hier wird gut gekühlt. Oder halt schon vor der Verschraubung anlöten... 🙃
Fertig!
Um den PTFE-Diffusor zu befestigen, löst man das vordere Maskenblech im Lampenhaus.
Befestigung einfach mit etwas Isolierband reicht, PTFE lässt sich wirklich schlecht dauerhaft kleben...
Jetzt kann die Lampenkonstruktion mit der Bodenplatte wieder im Lampenhaus befestigt werden.

Sehr praktisch am P8 ist, dass er bereits einen eigenen Film-Ende-Sensor besitzt. Dieser trennt ihn normalerweise (und etwas ruppig) komplett vom Netzstrom.
Um ihn weiterzuverwenden, verfolgt man die beiden (in einem Schlauch geführten) schwarzen Kabel, die (von der Bedienseite aus gesehen) von unten mittig Richtung Netzbuchse gehen.
Die Kabelschuhe (falls vorhanden) einfach mit einer Flachzange losruckeln und dann abknipsen.
Um den Film-Ende-Sensor (von rechts kommend) an der Steuerplatine anzuschließen (Dreifach-Kabel nach links abgehend), muss er an Masse (GND) und die mittlere Leitung der "Film End"-Anschlussklemme angeschlossen werden.
Zwischen die mittlere Leitung und "+" wird am besten noch ein Widerstand als Pull-up eingelötet (jeder Wert zwischen 4k7 und 47k Ohm ist hier recht, hier sind es 10k)
Mit Schrumpfschlauch oder Isolierband schützt man die Lötstellen vor ungewollten Kontakten
Zusätzlich als Ganzes verschrumpft, sieht es auch noch sauber aus. 😊
Anstelle des alten Trafos wird das Schaltnetzteil montiert. Für die zweite Schraube habe ich ein Loch in das ehemalige Halteblech des Netzspannungswählers gebohrt:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um den Stromanschluss zu verkabeln. Zunächst sollte man ein zusätzliches Schutzleiterkabel (klassischerweise gelb-grün) von der Schraube in der Bodenplatte oder von der Netzbuchse zum Mean-Well-Netzteil ziehen und fest verschrauben.
Danach verbindet man die beiden schwarzen Kabel der Kaltgerätesteckdose mit "L" und "N" des Schaltnetzteils.
Sollte man einen P8 späterer Serie mit grünem Kippschalter unter dem Zentralschalter haben, lohnt es sich, diesen in den Netzstrom eingeschleift zu lassen. Schaltnetzteile neigen ohne Last gelegentlich zum Fiepen.
Sämtliche Anschlusskabel lassen sich jetzt über die Bodenwanne nach vorne führen (ggf. gut beschriften!)
Hier noch eine Anschlusstabelle:
| Klemme am Controller-Board | Projektorseitig |
|---|---|
| Shaft - (GND) | - am Motorwellenauge |
| Shaft ^ (Input) | ^ am Motorwellenauge |
| Shaft + (Vcc) | + am Motorwellenauge |
| End - (GND) | schw. Kabel vom Film-Ende-Schalter |
| End ^ (Input) | schw. Kabel vom Film-Ende-Schalter |
| End + (Vcc) | Pull-up-Widerstand (s.o.) |
| Fan - | unbenutzt |
| Fan + | unbenutzt |
| Lamp - - | LED - |
| Lamp + + | LED + |
| Motor - | orangefarbenes Kabel vom Motor |
| Motor + | graues Kabel vom Motor |
| <36V in (Polung ist egal) | +V Schaltnetzteil |
| <36V in (Polung ist egal) | -V Schaltnetzteil |
Ich habe den Kabelstrang einfach über eine der Poti-Aussparungen nach draußen geführt:

Mit Schildchen versehen kommt man sicher nicht mehr durcheinander:

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