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Formule X

Michael Massee edited this page Aug 6, 2026 · 7 revisions

Formule X

Grundkonzept

Formule X ist ein Rundensystem mit Wertungspunkten aus dem französischen Pétanque-Turnierbetrieb. Alle Teams spielen gleich viele Runden, niemand scheidet aus. Die Rangliste entsteht durch eine spezielle Wertungsformel — ohne Buchholz oder Gegnerabhängigkeit.

Merkmale:

  • Runde 1: freie Auslosung
  • Ab Runde 2: Paarung nach Ranglistenplatz (1 vs 2, 3 vs 4, 5 vs 6 …)
  • Häufig mit Zeitbegrenzung gespielt
  • Ideal für viele Runden pro Tag (4–8 oder mehr)
  • Rematches werden durch Tauschlogik vermieden

Wertungsformel

Sieger:

Wertungsscore = Siegaufschlag + eigene Punkte + Punktedifferenz

Beispiel Sieg 13:7 → 100 + 13 + (13−7) = 119 Punkte

Verlierer:

Wertungsscore = eigene Punkte

Beispiel: 7 Punkte → 7 Punkte

Siegaufschlag (Bonus X)

Rundenanzahl Siegaufschlag
bis 4 Runden 100 Punkte
5–8 Runden 200 Punkte
9–12 Runden 300 Punkte

Freilos

Bei ungerader Teilnehmerzahl bekommt das letzte Team ein Freilos. Für die Rangliste zählt ein Freilos immer als Sieg mit fest verrechneten 126 Wertungspunkten (100 Siegaufschlag + 13 + 13), unabhängig von der Konfiguration „Freispiel Punkte +/-“ (die nur die Ergebnis-Zellen im Spielplan vorbelegt).

Zeitplan-Feature

Zusätzlich zum spielinternen Zeitlimit (siehe unten) kann optional das Zeitplan-Feature aktiviert werden: Es teilt eine zu große Runde automatisch in mehrere zeitlich versetzte Durchgänge auf, berechnet deren Start-/Endzeiten und nummeriert die Bahnen pro Durchgang neu. Details siehe Zeitplan-Feature.

Zeitlimit

Formule X erlaubt gewertete Ergebnisse unter 13 Punkten. Das macht es ideal für Abend- und Winterturniere mit hartem Zeitplan.

Beispiel: Spiel endet mit 10:4 nach Zeitablauf → 100 + 10 + 6 = 116 Punkte

Auswertungskriterien

Rangliste (und Paarung ab Runde 2) sortiert nach:

  1. Sieganzahl (Hauptkriterium)
  2. Formule-X-Wertungspunkte (gesamt)

Ab hier greifen die Tie-Breaker (nur bei Gleichstand in 1+2):

  1. Punktedifferenz (Spielpunkte+ minus Spielpunkte-)
  2. Eigene Spielpunkte
  3. Direktvergleich — sofern die betroffenen Teams gegeneinander gespielt haben
  4. Losentscheid — deterministisch anhand der Teamnummer (falls auch der Direktvergleich kein Ergebnis liefert, z. B. bei zyklischem Dreier-Gleichstand)

Paarungsalgorithmus

  • Runde 1: freie Losung.
  • Ab Runde 2: Sortierung nach den obigen Auswertungskriterien, dann Paarung nach Rang: Rang 1 vs. Rang 2, Rang 3 vs. Rang 4, Rang 5 vs. Rang 6 usw.
  • Rematch-Vermeidung: Hat z. B. Rang 1 bereits gegen Rang 2 gespielt, wird stattdessen 1 vs. 3 und 2 vs. 4 gepaart. PTM nutzt dafür denselben Prüfen-Tauschen-Backtracking-Mechanismus wie das Schweizer System: erst benachbarte Ränge tauschen, bei anhaltender Kollision tiefer im Tauschschema suchen, im Extremfall (viele Runden, kleines Feld) wird eine bereits gespielte Paarung in Kauf genommen (Float), statt das System scheitern zu lassen.
  • Freilos bei ungerader Teamzahl zählt immer als Sieg mit dem maximal möglichen Wertungsscore (100 + 13 + 13 = 126 Punkte, unabhängig vom konfigurierten Siegaufschlag), siehe Freilos oben.

Vor- und Nachteile

Vorteile: unabhängig von der Gegnerstärke (keine Buchholz-Logik nötig); geeignet für große Felder in Kombination mit Zeitbegrenzung; klare, eindeutige Rangliste durch reine Summenwertung; Rundenzahl frei wählbar; kein Team scheidet vorzeitig aus.

Nachteile: weniger „Drama" als ein klassisches K.-O.-Finale; Teams mit hohen Punktsiegen sind klar im Vorteil; knappe Überraschungssiege (z. B. 13:12 nach zwischenzeitlichem 0:12) werden in der Wertung kaum belohnt, da nur das Endergebnis zählt.

Empfehlungen für die Turnierleitung

Rundenanzahl (Richtwerte, bestimmt zugleich den Siegaufschlag – siehe oben): bis 16 Teams → 4 Runden; bis 32 Teams → 5 Runden; bis 64 Teams → 6 Runden; ab 100+ Teams → 7–8 Runden.

Zeitmanagement: übliches Zeitlimit 40–60 Minuten pro Runde plus eine laufende Aufnahme; Ergebnisse möglichst sofort eintragen, damit die nächste Runde zügig gepaart werden kann.

Bahnenbedarf: etwa die Hälfte der Teamzahl an Bahnen (ein Spiel = zwei Teams); Beispiel: 50 Teams → 25 Paarungen → 13 Bahnen.

Menü-Workflow

Menüpunkt Beschreibung
Start (neues Turnier) Neues Turnier anlegen
Spielsystem-Beschreibung Kurzbeschreibung der Formule-X-Regeln anzeigen
Meldeliste Aktualisieren Einträge bearbeiten
Teilnehmer Teilnehmerliste anzeigen
Checkin Liste Check-in-Liste verwalten
Nächste Spielrunde Nächste Runde generieren
Aktuelle Spielrunde aktualisieren Aktuelle Runde neu berechnen
Rangliste Rangliste nach den Auswertungskriterien erstellen

Bedienung in der Praxis

  1. Start (neues Turnier) ausführen und Teams eintragen.
  2. Meldeliste Aktualisieren ausführen, wenn Teams geändert wurden.
  3. Nächste Spielrunde erzeugen. Runde 1 wird frei gelost.
  4. Ergebnisse eintragen und Rangliste berechnen.
  5. Ab Runde 2 erzeugt Nächste Spielrunde Paarungen nach Ranglistenplatz; Rematches werden soweit möglich vermieden.
  6. Schritte 4 und 5 bis zur konfigurierten Anzahl Runden wiederholen.

Aktuelle Spielrunde aktualisieren berechnet die aktuelle Runde neu. Das ist für Korrekturen vor Spielbeginn gedacht.

Konfiguration

Option Typ Standard Beschreibung
Anzahl Runden Ganzzahl 4 Gesamtanzahl der Spielrunden; bestimmt den Siegaufschlag
Spielrunde Ganzzahl 1 Aktuelle Runde
Meldeliste Formation Auswahl TRIPLETTE TETE / DOUBLETTE / TRIPLETTE
Meldeliste Teamname Auswahl J Teamnamen in der Meldeliste anzeigen
Meldeliste Vereinsname Auswahl N Vereinsnamen in der Meldeliste anzeigen
Spielrunde Spielbahn Auswahl X X=keine, L=leer, N=nummeriert, R=zufällig
Freispiel Punkte + Integer 13 Vorbelegung der Ergebnis-Spalte bei einem Freilos (nur Anzeige/Startwert im Spielplan)
Freispiel Punkte - Integer 0 Vorbelegung der Ergebnis-Spalte bei einem Freilos (nur Anzeige/Startwert im Spielplan)
Kopfzeile Links/Mitte/Rechts Text (leer) Kopfzeilen für Spielrunden-Ausdrucke
Check-in-Liste Sortierung Auswahl Name Sortierung der Check-in-Liste
Teilnehmerliste Sortierung Auswahl Name Sortierung der Teilnehmerliste

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