Muskelkontraktion

stefaneidelloth edited this page Dec 12, 2018 · 14 revisions

Kontraktion einzelner Muskelfasern

Muskelzellen enthalten Elemente, die sich zusammenziehen (=kontrahieren) können: sogenannte Myofibrillen.

Wenn eine Muskelfaser von einem (motorischen) Nerv Impulse erhält erfolgt eine Kontaktion. Es gibt unterschiedliche Sorten von Muskelfasern. Der Großteil der Muskelfaßern unterliegt einem Alles- oder Nichts-Gesetz (zu Ausnahme siehe z. B. Muskelspindel). Gelangt ein Reiz an die dazugehörigen Muskelfasern, so kontrahiert sich diese Muskelfaser so stark sie kann. Die Stärke der Kontraktion ist nicht abhängig von der Stärke des Reizes. Es gibt entweder eine maximale Kontraktion, oder gar keine.

Nach einer Kontraktion ist eine Muskelfaster für kurze Zeit unempfindlich gegenüber neuen Reizen (Refraktärzeit). Erst nach einer Erschlaffung kann sie sich erneut kontrahieren. Eine Dauerkontraktion einer einzelnen Muskelfaser gibt es nicht.

Wie viel Muskelspannung eine Muskelfaser aufbringen kann, hängt von ihrem absoluten Kontraktionszustand ab. Das liegt daran, dass die Miofibrillen bei unterschiedlichen Muskelstellungen unterschiedlich viel Überlapp aufweisen, siehe auch

Es werden "rote" ("dunkle", tonische, S(slow)-, Typ1) Muskelfasern und "blasse" ("helle", phasische, F(fast)-) Muskelfasern unterschieden. Die roten Muskelfasern leisten vor allem Haltearbeit. Die blassen Muskelfasern werden vor allem bei schnellen Bewegungen eingesetzt. Siehe auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Muskelfaser

Kontraktion mehrerer Muskelfasern

Die Stärke einer Muskelkontraktion hängt von der Anzahl der gleichzeitig kontrahierten ("rekrutierten") Muskelfasern ab. Bei maximaler Kontraktion eines Muskels ist maximal die Hälfte der Muskelfasern tätig.

Eine Dauerkontraktion eines Muskels erfordert, dass ständig Impulse über den Nerv einströmen. Diese bringen eben erschlaffte Muskelfasern wieder zur Kontraktion. Die einzelnen Fasern wechseln ständig zwischen Kontraktion und Erschlaffung. Die Anzahl der gleichzeitig kontrahierten Fastern bestimmt das Ausmaß der Verkürzung und der Kraftentfaltung.

Bei geringer Fequenz der Nervenimpulse ist der Summationseffekt der resultierenden Einzelkontraktionen schwach. Er wird größer bei steigender Frequenz, woraus sich eine raschere und stärkere Kontraktion ergibt.

Die Bewegung des ganzen Muskels ist nicht ruckartig, sondern glatt. Das liegt daran, dass die einzelnen Nervenfasern nicht gleichzeitig, sondern zeitlich verschoben erregt werden. Die elastische Trägheit der Muskelmasse sorgt auch für den glatten Ablauf der Kontraktionsbewegung. Bei Krankheiten kann ein Zittern auftreten, bei dem dann die Nervenfasern gleichzeitig Impulse übertragen (siehe auch Tremor und Klonus).

(Quelle: Hoffa, Gocht, Storck: Technik der Massage)

Siehe auch:




        
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